der gratiskindergarten kommt.... (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 25/05/2009 um 16:31 und ist abgelegt in Rote Blogs
....bei der heutigen gemeinderatssitzung haben wir den ersten großen schritt für den kostenlosen kindergarten ab herbst getan - der beschluss zum gratiskindergarten bei kindergärten der stadt wien. in den nächsten wochen werden die verträge mit den gemeinnützigen trägern unter dach und fach gebracht. zuversicht ist angebracht: der kostenlose kindergarten ist der größte bildungspolitische schritt in der jüngeren geschichte unserer republik. hier meine rede zur debatte im heutigen gemeinderat:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Kein Mensch - keiner in diesem Saal und auch nicht in der Wiener Bevölkerung - hat die gleichen Chancen, sich in unserer Gesellschaft zu einzubringen, seine oder ihre Träume zu verwirklichen, einen erfüllenden Beruf zu ergreifen und so weiter. Das hat natürlich damit zu tun, dass jeder von uns verschieden ist, verschiedene Dinge besser kann und manche schlechter, und dass ihn oder sie anderes interessiert, fasziniert oder verängstigt.
Das hat aber leider auch mit einer Gesellschaft zu tun, die unterschiedliche Chancen bietet. Die ? je nachdem, ob man aus einem armen Elternhaus kommt oder aus einem reicheren, ob Frau oder Mann, ob vom Land oder aus der Stadt, ob Zuwanderer oder nicht, manche Wege und Möglichkeiten erleichtert oder erschwert. In der letzten aktuellen Stunde hab ich das Beispiel von einem Mädchen aus ländlichem Gebiet, dessen Eltern nur Pflichtschulabschluss haben gebracht. Selbst wenn sie bereits die Matura erreicht haben, schließen in Österreich 2% der Mädchen mit solchen Voraussetzungen die Uni ab. Bei Mädchen aus der Stadt, deren Eltern Uni-AbsolventInnen sind, sind es 63%. Das hat nichts damit zu tun, dass die einen dümmer sind als die anderen. Das ist schlicht und einfach beschämend, denn Bildungschancen sind Lebenschancen, und die dürfen nicht von der Herkunft abhängen.
Wir werden daher immer leidenschaftlich für eine Gesellschaft eintreten, die offen und durchlässig ist. Und unser Ziel wird immer sein, Bildung für alle zu ermöglichen. Bestmögliche Bildung, die jedes Kind nach ihren Interessen, Fähigkeiten und Voraussetzungen fördert und niemanden auf der Strecke lässt.
Das tun wir, wenn wir gegen Studiengebühren eingetreten sind, die kostenlose Berufsmatura fordern, die Campusschule aufbauen und natürlich mit unserer Forderung nach einer flächendeckenden gemeinsamen Schule für alle. Vor allem aber tun wir das, wenn wir mit aller Kraft daran arbeiten, dass Bildung von Anfang an gelebt und erlebt werden kann. Kindergärten sind die ersten Bildungsinstitutionen.
Ein Bildungssystem, das niemanden auf der Strecke lässt, braucht daher Kindergärten, mehr als vieles andere. Der Besuch eines Kindergartens wirkt sich massiv auf die Bildungschancen aus. Wenn wir uns an die PISA-Studie mit dem Schwerpunkt Lesekompetenz zurückerinnern: Kinder, die einen Kindergarten besucht haben, hatten damals im Durchschnitt 75 PISA-Punkte mehr als jene, die diese Chance nicht hatten. Kindergarten wirkt also. Und es ist daher unsere Pflicht, in elementare Bildung zu investieren!
Und wenn wir in Wien seit Jahren, Jahrzehnten, an einem massiven Ausbau von Kindergärten arbeiten, werden wir dieser Tatsache gerecht, denn Wiener Kindergärten sind nicht Betreuungsstätten, sondern hochqualitative, mit dem Beruf vereinbare Bildungseinrichtungen. Es macht mich stolz, dass wir bereits heute sagen können: Kein anderes Bundesland investiert auch nur annähernd soviel in Kindergärten wie Wien (2008 warens 381 Millionen Euro), kein anderes Bundesland hat auch nur annähernd soviel Plätze zur Verfügung wie Wien (derzeit sind es 60.000, bei den 0-3 jährigen sind die Hälfte aller Plätze österreichweit in Wien).
Selbstverständlich ist es unser Ziel, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, in einen Kindergarten zu gehen. Und wenn sie einwenden, dass dem auch in Wien noch nicht ganz der Fall ist. Ja, da haben sie Recht. Aber eines muss schon ganz deutlich gesagt werden: Kein anderes Bundesland ist auch nur annähernd so nahe dran an diesem ambitionierten Ziel wie wir. Und wir wiederum sind so na dran wie noch nie. Es ist daher völlig klar, dass wir heuer an einem massiven Ausbau der Plätze arbeiten. Im Vorjahr haben wir 2000 Plätze neu errichtet. Noch heuer sind ca. 2500 zusätzliche Plätze geplant. Der von gemeinnützigen Trägern angebotene Teil dieser zusätzlichen Plätze liegt uns ja heute zur Beschlussfassung vor. Insgesamt entsprechen die zusätzlichen Plätze allein heuer einer Zusatzinvestition von ca. 13 Millionen Euro (3.1/J/Bund).
Das, was die FPÖ da mit ihrem originellen Antrag fordert, tun wir also schon längst, und zwar seit Jahren.
Was heute aber besonderen Grund zur Freude macht, ist, dass wir einen Schritt weitergehen, und zwar einen Riesenschritt. Heute beschließen wir hier einen Grund-Bestandteil eines Jahrhundert-Projektes: Ab September wird der beitragsfreie Kindergarten in Wien Realität, und das ist ein absoluter Meilenstein:
- Wien ist das erste Bundesland, in dem die Betreuung von Kindern zwischen 0 und 6 Jahren kostenlos angeboten wird! Mit einer Zusatzinvestion von ca 80 Millionen Euro ermöglicht die Stadt daher einen besseren und breiteren Zugang zu elementarer Bildung
- Übrigens gilt das auch für Kindergruppen und Tagesmütter, liebe KollegInnen von der FPÖ!
- Die Eltern von rd. 60.000 Kindern müssen damit ab kommendem Jahr den Kindergartenbeitrag nicht zahlen. Wenn man zum Beispiel zwei Kinder hat, dann ist das eine Entlastung von über 5.400 Euro im Jahr: Das ist eine gewaltige Mittelstandsförderung und Entlastung der Familien. Zum Vergleich: Die Entlastung durch die durchaus ambitionierte Steuerreform beträgt im Durchschnitt zwischen 250 und 750 Euro im Jahr, maximal (bei einem Jahreseinkommen von über 200.000) sind es 1317!
- Für sozial noch schlechter gestellte Familien beschließen wir heute die Möglichkeit, dass die Stadt Wien den Essensbeitrag übernimmt.
- Während andere immer wieder von Familienförderung reden, tun wir?s. Der Gratiskindergarten ist in Wirklichkeit die größte Familienförderung der jüngeren Geschichte der Republik!
Noch ein paar Anmerkungen zur den Ausführungen meiner VorrednerInnen bzw. den Anträgen:
- Ja, der massive Ausbau an Kinderbetreuungsplätzen führt zu starkem Personalmehrbedarf. Das betrifft im übrigen viele anderen Bundesländer so wie uns. Es liegt daher völlig auf der Hand, dass hier politischer Handlungsbedarf besteht. Der wird aber selbstverständlich auch erkannt! Auch hier war Wien das einzige Bundesland, dass bereits vor einem Jahr eine Ausbildungsoffensive gestartet hat. Über die Module Pick up und Change starteten im Herbst 180 TeilnehmerInnen mit der Ausbildung, für 2009 gibt es 430 BewerberInnen für die Eignungstests. Und derzeit findet auf Initiative von StR Oxonitsch ein starkes Werben um BAKIP-AbgängerInnen der letzten Jahre statt. Im Sommer wird für sie ein kostenloser ?Re-Start-Kurs? angeboten. Die Stadt Wien arbeitet mit großer Energie am Aufstellen von mehr Personal. Nicht lösen können wird man?s mit einem aktionistischen FPÖ-Antrag, der fordert, 500 KindergärtnerInnen anzustellen. Oder glauben sie, die KindergartenpädagogInnen halten sich irgendwo versteckt und haben nur auf ihren Antrag gewartet?
- Ja, es gibt noch viele hektische und auch noch nicht ganz abgeschlossene Verhandlungen mit den privaten Trägern. Wir haben uns hier ein sehr großes Projekt vorgenommen, und insgesamt stehen StR Oxonitsch mehr als 200 Verhandlungspartner gegenüber. Bis Juni werden wir soweit sein, und ich bin sehr zuversichtlich, dass es auch für einen Großteil der gemeinnützigen Träger mach- und denkbar ist, den Kindergarten für die Eltern kostenlos anzubieten. Das ist sicher ein stressiger Zeitplan für alle Beteiligten, aber die 60.000 Kinder und ihre Eltern, die die neue Regelung ab Herbst betrifft, werden?s uns danken!
Bleibt nur mehr der Antrag der FPÖ, den Gratiskindergarten auf StaatsbürgerInnen zu beschränken. Wissen sie, wenn es tatsächlich ihr Ziel ist, dass ZuwanderInnen in unsere Gesellschaft integriert werden, das sie ihre Sprache lernen und demokratische Werte, dann ist es wirklich besonders dumm, ihnen den Zugang zu Bildungsinstitutionen zu verschließen!
Mehr Bildung, das finde ich auch deshalb gut, weil dann weniger Menschen offen für derartig dumme und aktionistische Forderungen sind. Ihre Leitkultur-Idee, wissen sie eigentlich, was das ist? Die Leitkultur-Debatte basiert auf einem Konzept des Politikwissenschafters Bassam Tibi, und er bezeichnet damit einen Wertekonsens auf Basis zentraler, westlicher Wertvorstellungen:
- Vorrang der Vernunft vor religiöser Offenbarung,
- Demokratie, die auf der Trennung von Religion und Politik basiert,
- Pluralismus und
- Toleranz
Das passt nicht damit zusammen, mit Kreuzen in die Kamera zu wacheln und zu hetzen! Dass passt nicht zusammen mit dem Schüren von Ressentiments in Inseraten wie ?FPÖ-Veto gegen den EU-Beitritt der Türkei und Israels!? Ihr Hasspredigen ist leider ein Zeichen von zuwenig Bildung. Umso mehr macht es mich stolz, dass Wien in Sachen Bildung die Benchmark in Österreich ist! Und umso wichtiger und ermutigender finde ich, dass wir ab September, und auch mit den Beschlüssen des heutigen Tages, ein neues und mutiges Kapitel der Bildung einleiten können!
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"Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte" (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 19/05/2009 um 12:32 und ist abgelegt in Rote Blogs
Dieses Zitat stammt vom Maler Max Liebermann, anlässlich eines SA-Fackelzugs vor seiner Tür 1933. Wie soll ich sagen...die Wortwahl liegt mir dieser Tage auch auf der Zunge, und zwar oft. Anlässlich der Nazi-Pöbeleien in Ebensee, anlässlich der Ausfälle von ein paar Schülern bei einem Mauthausen-Besuch. Vor allem aber anlässlich eines politischen Lagers, das meiner Meinung nach genau diese Stimmung ausnützt, und ja, diese Stimmung auch schafft. Wenn Strache in der Kronen-Zeitung "FPÖ-Veto gegen EU-Beitritt von Türkei und Israel" schalten lässt, dann hat Kanzler Faymann völlig Recht, wenn er ihn einen Hassprediger nennt.
Denn diese Art von Hetzparolen bedienen antisemitische Ressentiments. Genauso schockiert, wie ich darüber bin, bin ich froh, dass Werner Faymann so klare Worte dafür findet. Strache ist eine Schande für Österreich - das müssen wir uns immer vor Augen halten, klar benennen und wir müssen dagegen auftreten. Auch dann, wenn wieder irgendein besonders Schlauer der Meinung ist, eine der anderen Parteien müsse sich irgendwelche "strategische Optionen" offenhalten. Ein Brandstifter ist keine strategische Option.
Artikel lesenjenseitig.... (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 29/04/2009 um 18:36 und ist abgelegt in Rote Blogs
....und leider auch unglaublich erschreckend ist eine debatte im heutigen gemeinderat, die die fpö wie so oft angezündet hat. hetze, polemik und unglaubliche ausländerfeindlichkeit füllen jetzt seit knapp 4 stunden den nachmittag hier. gerade am wort: GR eisenstein (von der fpö), der seine rede so begonnen hat: "sie werfen uns vor, wir werfen alle ausländer in einen topf und finden, alle ausländer seien böse. das stimmt nicht. ich für meinen teil unterscheide zwischen zwei arten von ausländern. solche, die im ausland bleiben, die besuche ich auch gerne. und solche, die im großen stil unser land überfluten..."
wir bewegen uns. und wir bewegen wien. (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 25/04/2009 um 09:47 und ist abgelegt in Rote Blogs
gerade hat der landesparteitag der spö wien begonnen. werner faymann hält seine eröffnungsrede, die sich ganz um das thema "einsatz für arbeitsplätze" dreht. eine klare absage an den neoliberalismus, über die ich mich sehr freue.

kanzler faymann hat eine botschaft. für uns alle. (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 31/03/2009 um 22:54 und ist abgelegt in Rote Blogs
werner faymann hat heute eine videobotschaft mit dem programmatischen titel "Zusammenhalt in schwierigen Zeiten" auf youtube gestellt. er ist damit der erste österreichische spitzenpolitiker, der was macht, das in den USA seit jahren gang und gäbe ist - nämlich sich via internet direkt an die bürgerInnen und bürger zu wenden. das finde ich toll!
zu jung für die wissenschaft...??? (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 11/03/2009 um 12:57 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhoferskurril: im heutigen bildungsausschuss hat die fpö gegen die förderung der kinderuni wien gestimmt, einem wirklich großartigen projekt, an dem an die 4000 kinder jedes jahr teilnehmen. die begründung des fpö-mandatars jung (siehe bild des brigadiers...): kinder seien doch viel zu jung für diese themen, das geld sei bei jugendlichen vor der matura besser investiert...
auch nicht schlecht. dass dann schon mehr als zehn jahre vergangen sind, in denen kindern die begeisterung fürs forschen vermittelt und die barrieren gegenüber etwaiger elfenbeintürme abgebaut werden können, ist jung offensichtlich nicht bewusst. nun ja. er ist auch sonst ein ewig gestriger...
meine presseaussendung zum thema:
"Kinderuni Wien" - SP-Wutzlhofer: "Wiens Kinder zu jung für die
Wissenschaft?"
Utl.: Wiener Bildungsausschuss beschließt Förderung für "Kinderuni
Wien" - FPÖ-Jung dagegen =
Wien (SPW-K) - Im Wiener Jugendausschuss wurden heute Förderungen
für die "Kinderuni Wien" in der Höhe von 35.000 Euro beschlossen.
"Damit wird die Finanzierung dieses einzigartigen Projektes auf
stabile Beine gestellt", sagt SPÖ-Gemeinderat Mag. Jürgen Wutzlhofer.
"Insgesamt machen im Jahr rund 4000 Kinder bei der "Kinderuni Wien"
mit, ihnen stehen jedes Mal rund 25.000 Plätze in
Kinder-Lehrveranstaltungen zur Verfügung, 550 WissenschaftlerInnen
erschließen Kindern die Welt der Forschung." Durch "Kinderuni on
Tour" sei es nun auch möglich, Kinder niederschwellig in ihrer
unmittelbaren Lebenswelt anzusprechen.
"So wie die Kindervorlesungen im Zoom-Kindermuseum oder das
Kinderlabor "Vienna Open Lab" eröffnet die Kinderuni die Welt der
Wissenschaft und begeistert viele kleine ForscherInnen!" betont
Wutzlhofer. "Vollkommen absurd ist es deshalb, dass FPÖ-Mandatar Jung
die Förderung für dieses Projekt ablehnt und noch absurder ist seine
Begründung: So sind laut Jung Kinder "zu jung" für die Wissenschaft!"
(Schluss) Artikel lesen
die abzocke auf den punkt bringen... (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 10/03/2009 um 12:25 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhofer...ist wohl eine der hauptherausforderungen an linke politik dieser tage. wer, wenn nicht sie (bzw.: wir) kann laut und glaubwürdig gegen gier und selbstbedienungsmentalität auftreten? ein schöner beitrag dazu ist von attac und findet sich hier:
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total jenseitig (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 03/03/2009 um 22:07 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhoferich möchte den leserInnen meines blogs diesen originellen beitrag zum thema gratiskindergarten für 0-6jährige nicht vorenthalten. der freiheitliche familienverband ist echt ein gewinn für die pädagogik des 21. jahrhunderts...
OTS0230 5 II 0348 NFW0008 CI Di, 03.Mär 2009
FPÖ/FFV/Wien/Ossberger/Kinderbetreuung
FFV-Ossberger: SPÖ und ÖVP setzen katastrophalen Kurs der
Kindsweglege-Politik fort
Utl.: SP-Häupl eröffnet Wiener Wahlkampf mit der Ankündigung
Gratis-Kinderbetreuung für unter Dreijährige in Wien anzubieten
und zerstört damit die Einheit unserer Familien =
Wien, 03-03-2009 (fpd) - Die Ankündigung von SP-Bürgermeister Häupl in
Wien eine Gratis-Fremdbetreuung auch für Kinder unter drei Jahren
anzubieten, gehe familienpolitisch völlig in die falsche Richtung.
Hintergrund einer derartigen Maßnahme sei allerdings klar: SPÖ und auch
ÖVP wollen Frauen nach der Geburt ihres Kindes aus wirtschaftspolitischer
Sicht so rasch als möglich wieder am Arbeitsmarkt sehen. Eine derartige
Maßnahmensetzung in Zeiten einer Wirtschaftskrise und steigender
Arbeitslosigkeit, die vor allem Frauen treffe, sei unverantwortlich und
zeuge nur davon, dass sich die rote Wiener Stadtregierung bereits im
Wahlkampf befinde, so die Obfrau des Wiener Freiheitlichen
Familienverbandes, Birgit Ossberger.
Ziel einer verantwortungsvollen Familienpolitik sei es, Familien zu
fördern und ihnen eine gedeihliche Entwicklung zu ermöglichen, und nicht,
unsere Kinder schon im frühkindlichen Alter aus der Einheit der Familie zu
reißen. Die Statistik zeige, dass fast 90 Prozent der Mütter mit der
notwenigen finanziellen Unterstützung, die vollen drei Jahre bei ihren
Kindern zu Hause bleiben wollen. Es sei daher nicht einzusehen, dass die
innerhäusliche Betreuung unserer Kinder durch die Eltern weniger geschätzt
wird, als eine Fremdbetreuung in einer Kinderkrippe, so Ossberger weiter.
Eltern, die sich für die häusliche Fürsorge ihrer Kinder entscheiden,
übernehmen eine verantwortungsvolle Tätigkeit im Bereich des Erziehungs-
und Haushaltsmanagements in unserer Gesellschaft und dürfen daher nicht
benachteiligt werden. Es wäre endlich an der Zeit die familiären
Leistungen, die die Zukunft unserer nächsten Generation sichern,
entsprechend zu honorieren und das öffentliche Bild von Familien zu
verbessern.
Anstatt eine Gratis-Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren zu
forcieren, wäre es besser den Eltern durch eine echte finanzielle
Absicherung, für die ersten drei Lebensjahre ihrer Kinder, die freie Wahl
der Betreuung zu überlassen. Auch eine sofortige Inflationsanpassung aller
Familienleistungen, eine adäquate Berücksichtigung der innerhäuslichen
Kindererziehungszeiten im Pensionsrecht sowie ein attraktives und
familiengerechtes Steuersystem, durch die Einführung des
Familiensteuersplittings, seien Maßnahmen für eine echte Entlastung der
Familien und insbesondere der Mütter, schließt Ossberger. (Schluss) hn
Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Familienverband-Wien
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bildung von anfang an... (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 27/02/2009 um 09:51 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhofer...das wird in wien stets ernst genommen. das bedeutet, dass der kindergarten keine kindergardarobe, sondern eine zentrale bildungsinstitution ist. und deshalb hat wien bisher mit abstand am meisten von allen bundesländern investiert in ein system hochqualitativer kindergärten. jetzt kommt der logische nächste schritt, in einem riesengroßen wurf. gerade hat bürgermeister michael häupl hier bei der klubtagung in rust angekündigt, was uns mal jemand nachspringen muss:
der kostenfreie kindergarten von 0-6 in wien kommt, und zwar ab herbst!!!
meine gefühle dazu sind weder gemischt noch vage. ich bin euphorisch, und das ist auch angebracht! Artikel lesen
durchschreiten der talsohle (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 27/02/2009 um 09:45 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhofervor einer halben stunde hat der tag 2 der sp-klubtagung in rust begonnen. gerade skizziert michael häupl die grundsätzlichen ziele und die großen projekte unserer partei für die kommenden jahre. dabei ist ganz zentral, wie sich wien in der wirtschaftskrise positioniert. durch investitionen in sehr großem ausmaß, das entspricht ja im grunde genommen auch den zugängen der bundesregierung und baut auf einem selbstverständnis auf, das in wien ohnehin seit jahrzehnten herrscht. aber es gibt doch unterschiede: erstens begreifen wir auch (und besonders) sozialpolitik als wirtschaftspolitik. gerade beim durchschreiten ökonomischer talsohlen ist es die aufgabe der sozialdemokratie, den ärmsten zu helfen. und das ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll, denn die haben eine sparneigung von null, investitionen wie die anhebung der sozialhilfe oder die verdoppelung des heizkostenzuschusses gehen daher direkt in den konsum. was wien wirtschaftspolitisch auch von anderen unterscheidet ist, dass wir nicht nur den crash im blick haben, sondern auch die zeit danach: massive investitionen in wissenschaft und forschung machen sind vielleicht kein unmittelbarer konjunkturstimulus, aber sie bestimmen unsere position in der zukunft einer wissensbasierten gesellschaft. und da stellen wir uns gut auf.
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krise? welche krise? (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 26/02/2009 um 17:04 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhoferdiese frage lässt sich stellen, wenn man sich den zustand der wiener sozialdemokratie am beginn der diesjährigen klubtagung (sie wird bis samstag andauern) in rust ansieht. mit großem engagement und vor allen dingen wirklich ambitionierten projekten werden wir hier heute und in den kommenden tagen eine ansage machen. darüber, welche visionen, ziele und projekte wir sozialdemokratInnen für die zukunft haben. dazu gehört auch eine auseinandersetzung mit ökonomie und dem zustand der welt in der krise. hier ist die assoziation zum stand der dinge dann doch pessimistischer als die zur spö.
weil es aber der ultimativ falsche weg wäre, den kopf in den sand zu stecken, steht diese klub-tagung auch massiv im zeichen der auseinandersetzung mit der weltwirtschaftskrise, in der wir stecken.
gerade hat eine diskussion mit hochkarätigem podium begonnen: dr. max otte, professor an der fachhochschule worms und autor des buches "der crash kommt" und einer jener (wenigen), die bereits 2006 diese krise vorhergesehen haben. ddr. regina prehofer, ehemalige bank-austria- und jetzt bawag-vorstandsdirektorin und eine der wenigen managerinnen in österreich. dr. margit schratzenstaller-atzinger vom wifo. dr. heiner fassbeck, staatssekretär im deutschen finanzministerium unter oskar lafontaine, der ja bereits vor jahren regulierungen für den europäischen finanzmarkt gefordert hat. und last, but not least vizebürgermeisterin renate brauner und ak-präsident herbert tumpel.
die große herausforderung unserer zeit, der sich auch die diskutantInnen stellen ist, zugleich krisenfolgen und krisenursachen zu analysieren, denn nur so lassen sich wirksame politische schritte setzen. so, jetzt verlege ich mich wieder aufs gespannte lauschen... Artikel lesen
rust-watch 1 (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 26/02/2009 um 10:09 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhofergerade hat die tagung des wiener ausschusses der spö in rust begonnen. sie bildet den startschuss für 3 intensive tage der auseinandersetzung mit der zukunft unserer stadt. bis 15.30 werden wir jetzt intensiv und intern (also ohne medienvertreterInnen) über vorschläge diskutieren, wie sich wien weiterentwickeln kann. klare themenschwerpunkte sind dabei natürlich wirtschaft, konjunktur und arbeit; bildung und soziales - bereiche, in denen die poltiik antworten geben muss.
der zeitplan weiter: am nachmittag (dem beginn der ausschuss- und klubtagung) gibts eine diskussion über die krise (als chance), mit ausgesprochen hochkarätigen diskutantInnen.
aktuelles zu unserer arbeit hier findet sich (natürlich neben diesem blog) auf der homepage des spö-rathausklubs. Artikel lesen
blasen platzen (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 18/02/2009 um 10:32 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhoferdie folgen dieser traurigen, aber unumstößlichen wahrheit spüren wir ja derzeit, all over the world. und das mulmige gefühl, dass das noch nicht alles war, lässt mich heute so gar nicht los. die gestrige börsentalfahrt der österreichischen systembanken warf zuletzt ein schlaglicht auf deren starkes engagement in den banksystemen unserer östlichen nachbarländer. und wenn es dort zu ausfällen kommt (sagen wir mal - nicht unrealistisch), dann bleibt das nicht folgenlos. für die betroffenen länder nicht, für ganz europa nicht, vor allem aber auch für österreich nicht. die anstrengungen von werner faymann und josef pröll, für ein osteuropäisches konjunktur- bzw. bankensicherungspaket zu werben, sind daher genau die richtige tat zur richtigen zeit. allein, die beworbenen zieren sich so, und das macht den blick auf die zukunft vorerst nicht rosiger...
dass aber auch die vergangenheit mitunter von ähnlichem geprägt war, das wir gerade erleben, ist ja bekannt - auch wenn die neoliberalen uns in den letzten jahrzehnten glauben machten, das alles könne heute nicht mehr passieren. wirtschaftsgeschichte ist was, das man - heute mehr denn je - lernen muss. besonders unterhaltsam geht das mit diesem film über die mississippi-bubble, eine spektakuläre großspekulation (mit anschließendem knall) im frankreich des 18. jahrhundert:
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penzing party (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 15/02/2009 um 20:22 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhoferdas war ein wochenende. beim heutigen kinderfasching der penzinger kinderfreunde ging es heiß her - rund 400 kleine und große leute haben gefeiert, gesungen, abgetanzt und ihre wirklich netten verkleidungen präsentiert.
und gestern war ich beim ersten limoni-ball im jugendstiltheater am steinhof (der im westen eben als limoni-berg bekannt ist). dieser vom penzinger oberliga-verein austria XIII, dem einkaufskreis hütteldorf und den wiener einkaufsstraßen veranstaltete ball war ganz und gar gelungen. in einem tollen ambiente, mit guter musik und netter unterhaltung, unter anderem mit staatssekretär andreas schieder, bezirksvorsteherin andrea kalchbrenner und meiner gemeinderatskollegin silvia rubik.
im westen also wie immer viel neues. aber ein bissl müd bin ich jetzt schon... Artikel lesen
kirche, schule, staat (Originalartikel)
Geschrieben von Jürgen Wutzlhofer - SPÖ am 29/01/2009 um 13:30 und ist abgelegt in Rote Blogs
von Jürgen Wutzlhofer"Die Kommune trennt ab nun/die Kirche von der Schul'/Das Einmaleins vom Heil'gen Stuhl/Voilà: Das gilt ab nun"
...das (und vieles mehr) haben die Schmetterlinge in der Proletenpassion über die Pariser Commune gesungen. themenverwandtes habe ich gerade in einen leserbrief an den falter zum artikel über islam-religionslehrer geschickt...
here we go:
Religion und Demokratie
Die Studie von Mouhanad Khorchide gibt zu Denken. Wenn die Aussagen darin stimmen, ist das Ergebnis schlicht und einfach skandalös. Die Forderung, dass sich der Staat, die Schulbehörde sowie die islamische Glaubensgemeinschaft damit auseinandersetzen muss, ist richtig. Genauso richtig allerdings wie die Tatsache, dass es wohl kaum eine zufrieden stellende Lösung geben kann, solange Schule und Kirche (zum großen Teil konkordatsbedingt) so verschränkt sind wie in Österreich. Helfen kann nur eine Säkularisierung der Schule, und ein verpflichtender Ethikunterricht für alle (mit ausgebildeten Ethik-, nicht ReligionslehrerInnen). Ich fürchte, der größte Widerstand gegenüber dieser Forderung käme wohl nicht von der muslimischen, sondern der katholischen Seite?
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